Das richtige Relais für LED-Anwendungen
Schnelle Auswahl zwischen C10-A15, C7-W10, CHI14 und CHI34
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Wichtig: Bei LED-Leuchten entscheidet nicht nur die Wattzahl. LED-Treiber können beim Einschalten sehr kurze, aber extrem hohe Stromspitzen erzeugen. Für die Relaisauswahl müssen deshalb Nennstrom UND Einschaltstrom inklusive Pulsdauer geprüft werden.
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Warum LED-Lasten besondere Anforderungen stellen
LED-Treiber enthalten Eingangskondensatoren. Beim Einschalten können diese für Mikro- oder Millisekunden einen Strom verursachen, der ein Vielfaches des normalen Betriebsstroms beträgt. Bei mehreren parallel geschalteten Treibern addieren sich die Einschaltströme. Ein Relais kann deshalb trotz kleiner LED-Leistung an den Kontakten verschweissen oder vorzeitig verschleissen.
Angaben zur Auswahl
| 1 |
LED-Treiber / Leuchtentyp und Anzahl pro geschalteten Kontakt |
| 2 |
Betriebsspannung und Nennstrom der gesamten Last |
| 3 |
Einschaltstrom pro Treiber: Einschaltstrom UND Pulsdauer in µs/ms |
| 4 |
Relaiskontakt: 1 Schliesser, 1 Wechsler oder 3 Schliesser / mehrere Lastpfade |
| 5 |
Einbauart und Steuerspannung: steckbar oder DIN-Schiene; AC/DC-Spulenspannung |
Produktübersicht
C10-A15 Wenn ein steckbarer Wechslerkontakt benötigt wird und die Einschaltspitze moderat bleibt. |
C7-W10 Wenn ein steckbarer Schliesser für sehr hohe, kurze Einschaltspitzen benötigt wird. |
CHI14 Wenn eine 1-polige LED-Gruppe im Verteiler geschaltet wird oder hohe Einschaltreserven gewünscht sind. |
CHI34 Wenn 3-phasige Anwendungen oder 3 Lastpfade gemeinsam geschaltet werden sollen; zusätzlicher Halbleiter-Hilfskontakt und Handbetätigung. |
Produktvergleich
| Produkt
| Einbau
| Kontakte
| Nennstrom
| Einschaltstrom
| Kontaktmaterial
| Typischer Einsatz
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| C10-A15 |
steckbar |
1 CO |
10 A |
120 A / 20 ms |
AgSnO₂ |
Moderate LED-Last, Wechslerkontakt benötigt |
| C7-W10 |
steckbar |
1 NO |
10 A |
500 A / 2.5 ms |
Wolfram-Vorlaufkontakt + AgNi-Kontaktnacheilend |
Hohe kurze Einschaltspitze, Industrie / steckbar |
| CHI14 |
DIN-Schiene |
1 NO |
16 A |
800 A / 200 µs 165 A / 20 ms |
Wolfram-Vorlaufkontakt + AgSnO₂-Kontakt Nullsdurchgang-schaltend |
1-polige LED-Gruppen, Installationsverteiler, hohe Reserve |
| CHI34 |
DIN-Schiene |
3 NO + 1 Aux. NO |
16 A |
800 A / 200 µs 165 A / 20 ms |
Wolfram-Vorlaufkontakt + AgSnO₂-Kontakt Nullsdurchgang-schaltend |
3 Lastpfade / 3-polige Anwendungen; Hilfskontakt (Halbleiter) + Handbetätigung |
Hinweis: Die Einschaltstromangabe muss immer zusammen mit der zugehörigen Pulsdauer betrachtet werden. 500 A / 2.5 ms ist nicht pauschal „besser“ oder „schlechter“ als 165 A / 20 ms. Die Lastkurve des LED-Treibers muss zur Relaisangabe passen. Geben Sie eine Anwendung nicht allein nach Wattzahl frei, sondern fordern Sie ggf. die Treiberdaten (Datenblatt) an und machen Sie die Anwendung einer technischen Prüfung.
Prüfen der LED-Gruppe
| A. Nennlast |
Gesamten Betriebsstrom aller parallel geschalteten LED-Treiber bestimmen. Dieser muss unter dem zulässigen Nennstrom des Relais liegen. |
| B. Einschaltspitze |
Als konservative Erstabschätzung: Anzahl Treiber × Einschaltstrom pro Treiber. Bei gleichem Strom muss die Pulsdauer des Treibers kürzer sein als die spezifizierte Pulsdauer des Relais. |
| C. Kontaktkonfiguration |
Prüfen, ob 1 CO, 1 NO oder 3 NO erforderlich sind. Ein elektrisch passendes Relais kann sonst funktional trotzdem ungeeignet sein. |
| D. Montage |
Sockel bzw. DIN-Schiene und passende Spulenspannung festlegen. |
Beispiel
Beispiel: 8 LED-Treiber mit je 60 W, je 20 A Einschaltstrom für 300 µs.
Gesamtleistung: 480 W – nominal für jedes der vier Relais unkritisch.
Konservative Einschaltspitze: 8 × 20 A = 160 A für ca. 300 µs.
Folge: C10-A15 ist trotz der kleinen Wattzahl nicht die erste Wahl. C7-W10 passt zur kurzen hohen Spitze; CHI14 ist bei DIN-Schienenmontage ebenfalls eine robuste Wahl und reduziert den Einschaltstrom durch Nullspannungsschaltung.
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Kunden-Checkliste für eine sichere Freigabe
Diese Angaben können direkt vom Kunden bzw. vom Hersteller des LED-Treibers angefordert werden:
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| Angabe
| Wert / Information des Kunden
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| 1 | Hersteller / Typ LED-Treiber | |
| 2 | Anzahl Treiber pro Relaiskontakt | |
| 3 | Versorgungsspannung der Last | |
| 4 | Nennstrom pro Treiber / gesamt | |
| 5 | Einschaltstrom pro Treiber [A] | |
| 6 | Pulsdauer des Einschaltstroms [µs/ms] | |
| 7 | Schalthäufigkeit | |
| 8 | Kontaktfunktion / Anzahl Lastpfade | |
| 9 | Steuerspannung und Einbauart | |
Grenzen der Schnell-Auswahl
Nennstrom und Einschaltstrom müssen beide innerhalb der Produktgrenzen liegen.
Die Pulsdauer ist Teil der Einschaltstromspezifikation und darf nicht ignoriert werden.
Bei parallel geschalteten LED-Treibern können sich die Einschaltströme addieren; bei grenzwertigen Anwendungen ist eine Messung bzw. Herstellerangabe vorzuziehen.
Bei unbekanntem Einschaltstrom, ungewöhnlich hoher Schalthäufigkeit, DC-Lasten oder besonderen Umgebungsbedingungen ist eine technische Prüfung erforderlich.
Die Auswahlhilfe ersetzt nicht das aktuelle Datenblatt und keine applikationsspezifische Freigabe.
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Bei Unsicherheit: LED-Treiber-Datenblatt, Anzahl der Treiber und gewünschte Kontaktfunktion an den technischen Support senden. Damit kann die Relaisauswahl schnell und nachvollziehbar geprüft werden.
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